Tipps zum Umgang mit digitalen Tools in der Bildungsarbeit (incl. Toolsammlung)

Nach zwei Jahren Pandemie widme ich mich in diesem Blogbeitrag erneut dem Einsatz digitaler Tools in Bildungsformaten. Die meisten von uns haben in der Zwischenzeit eine Vielzahl an virtuellen Bildungsveranstaltungen erlebt, (mit)gestaltet oder passiv konsumiert. Von Workshops, über Messen bis hin zu Vernetzungstreffen mit Impulsreferaten ist eine enorme Bandbreite von Formaten entwickelt worden, die entweder rein virtuell oder hybrid durchgeführt wurden. Hieraus resultieren unterschiedliche Praxiserfahrungen, die sich vermutlich eher auf die methodisch-didaktische Gestaltung und Organisation des jeweiligen Formats beziehen als auf den Inhalt oder den Impulsgeber. Waren es zu Beginn verstärkt virtuelle Vorträge oder im Plenum abgehaltene Diskussionen, so entwickelten sich vor allem im vergangenen Jahr eigene Lehrkonzepte, die analog zur Präsenzlehre Methoden der Kleingruppenarbeit (z.B. Breakout Rooms) fokussierten.

Da ich möglichst alle Bildungsverantwortliche aus den unterschiedlichen Settings (z.B. Hochschule, organisierter Sport, Berufliche Bildung etc.) erreichen möchte, nutze ich einen breiten Zugang. Individuelle Anpassungen sind abhängig von den vorherrschenden Rahmenbedingungen, insbesondere den Lehr- und Lernzielen sowie der Zielgruppe vorzunehmen.

Diejenigen, die auf der Suche nach konkreten Programmen sind, finden am Ende zwei Toolsammlungen, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe. Im Sinne der Reduktion von Informationen und der Verringerung von Komplexität blicke ich aus einer neuen Perspektive auf digitale Lehr-Lernprozesse. Ich spreche in diesem Zusammenhang gerne von didaktischer Strukturierung und beziehe mich auf die bewusste Rhythmisierung und Strukturierung meines Unterrichts.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Unterricht zu zergliedern sowie die einzelnen Unterrichtssequenzen zu kategorisieren. Ein besonderes Augenmerk sollte hier auf den drei Interaktionsformen der Lernenden liegen: Interaktion der Lernenden mit dem Unterrichtsinhalt (1), Interaktion der Lernenden untereinander (2) und Interaktion der Lernenden mit dem Lehrenden (3); nachzulesen in meinem Beitrag „Digitale Lehre interaktiv gestalten“.

Im Sinne einer didaktischen Grobstrukturierung eignen sich die folgenden drei Phasen für eine erste Verlaufsplanung des eigenen Unterrichts: Einstieg (1), Erarbeitung (2) und Ergebnissicherung (3).

Abhängig vom Format der jeweiligen Lehrveranstaltung und den zugrundeliegenden Lernzielen müssen diese drei Phasen mit Leben gefüllt werden. Spätestens in der Erarbeitungsphase wird deutlich, dass mindestens eine Interaktionsform auf Seiten der Lernenden gewählt werden muss. Ein reines Präsentieren durch den Lehrenden widerspricht zumindest meiner Vorstellung von Erarbeitung. Die Ergebnissicherung ist ein zentrales Instrument, um mit der Gruppe zu interagieren und Rückschlüsse bezüglich der eigenen Vermittlung sowie der Erarbeitung durch die Lernenden zu bekommen.

Digitale Technologien können in unterschiedlichen Szenarien in den Bildungsprozess integriert werden. Für eine erste Orientierung schlage ich folgende sieben Anwendungsfelder vor. Ich möchte betonen, dass diese Felder nicht immer trennscharf sind und sicherlich nicht die gesamte Bandbreite von Lehr-Lernarrangements abdecken:

  • Aktivierung der Lernenden
  • Brainstorming
  • Umfragen, Abstimmung und Meinungsbild
  • Kollaboratives Arbeiten
  • Visualisieren von Inhalten und Arbeitsergebnissen
  • Quiz zur Lernzielkontrolle bzw. -überprüfung
  • Feedback

Ich erachte diese Auflistung als sinnvolle und notwendige Ergänzung bestehender Tool-Sammlungen. Digitale Technologien in der Bildungsarbeit dürfen nicht nur ihrer selbst willen thematisiert werden. Es ist vielmehr bedeutsam, dass ihr Nutzen in Verbindung mit dem konkreten Einsatz (W-Fragen) kritisch betrachtet und reflektiert wird. Ausgehend von diesen Fragen suche ich dann nach passenden Softwaresystemen, Apps etc.

Für die weiterführende Beschäftigung mit digitalen Tools in der Bildungsarbeit und der Anwendung einzelner Tools empfehle ich folgende zwei Linksammlungen, die kontinuierlich erweitert werden:

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